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Nike contra adidas – Der ewige Zweikampf

Die anstehende Fussball-Europameisterschaft sowie die Olympischen Sommerspiele rücken die Sportartikelindustrie in den Fokus. Vor den beiden Megaevents präsentiert sich sowohl der Branchenprimus Nike als auch die Nummer 2, adidas, in einer starken operativen Verfassung. Auch an der Börse geht das Duo mit viel Rückenwind in das Sportjahr 2016.

Die Sportfans kommen im neuen Jahr voll auf ihre Kosten. Mit der Fussball-Europameisterschaft und den Olympischen Sommerspielen stehen gleich zwei internationale Highlights an. Zunächst dreht sich ab dem 10. Juni 2016 alles um das runde Leder. In Frankreich kämpfen 24 Mannschaften, darunter die Schweiz, um den Coupe Henri-Delaunay, die Fussballkrone des alten Kontinents. Wenn am späten Abend des 10. Juli im Stade de France nahe Paris der Sieger des Turniers gekrönt worden ist, vergehen keine vier Wochen bis zum nächsten Megaevent: Am 5. August 2016 findet im altehrwürdigen Stadion Maracanã von Rio de Janeiro in Brasilien die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele statt. Anschliessend setzen 10.500 Sportler aus 206 Ländern 17 Tage lang alles daran, Gold, Silber und Bronze zu gewinnen.

Nike setzt sich an die Spitze

Neben dem Wettkampf der Fussballer und Athleten dürfte in den kommenden Monaten auch ein wirtschaftliches Duell der besonderen Art in den Fokus rücken. Wenig überraschend versuchen Nike und adidas, aus den beiden Grossereignissen Profit zu schlagen. Der gesamte Sektor nutzt solche Anlässe nicht nur zur Image- und Markenpflege, eine mediale Omnipräsenz soll den Verkauf von Trikots, Bällen und Schuhen rund um den Globus ankurbeln.

An der Börse hatte Nike im Wettlauf mit adidas die Nase in der jüngeren Vergangenheit vorne. Auf Sicht von fünf Jahren steht für den Branchenprimus nahezu eine Verdreifachung des Aktienkurses zu Buche. Derweil kam adidas um rund 80 Prozent voran (siehe Grafik 1).

Grafik 1: Konditionsstarker Branchenprimus

Nike versus adidas – fünf Jahre

Grafik 1: Konditionsstarker Branchenprimus; Stand: 5. Januar 2016; Quelle: Thomson Reuters Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Stand: 5. Januar 2016; Quelle: Thomson Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Die Performance-Diskrepanz kommt nicht von ungefähr: Während die Deutschen zwischenzeitlich mit operativen Problemen zu kämpfen hatten, schrieb der US-Konzern eine imposante Wachstumsstory. In den jeweils per 31. Mai zu Ende gehenden Geschäftsjahren 2011 bis 2015 steigerte das Dow Jones-Mitglied den Umsatz im Schnitt um 11 Prozent. Dabei gelang es dem Unternehmen, den Gewinn je Aktie überproportional um jährlich 14 Prozent zu verbessern. Bei einem Investorentreffen brachte CEO Mark Parker im vergangenen Oktober das Credo des Managements auf den Punkt: »Nike ist für Wachstum gebaut.« Entsprechend ehrgeizig fallen die Ziele aus. Bis zur Geschäftsperiode 2020 soll der Umsatz um nahezu zwei Drittel auf dann 50 Milliarden US-Dollar zunehmen.

Die jüngsten Zahlen untermauern die Prognose. Im zweiten Quartal des Fiskaljahres 2016 steigerte Nike die Erlöse währungsbereinigt um 12 Prozent. Beim Gewinn je Aktie schaffte der Weltmarktführer ein Wachstum von 20 Prozent. Einmal mehr profitierte Nike von der Begeisterung vieler Konsumenten für teure Sportschuhe. Die Aussichten bleiben positiv: Für den Zeitraum Dezember bis April nahmen die Bestellungen für die Marke Nike gegenüber der Vorjahresperiode um ein Fünftel zu. Ein Wermutstropen sind die Wechselkurseinflüsse. Beispielsweise schmälerte der starke US-Dollar das verbuchte Umsatzwachstum um 8 Prozentpunkte. Dem Optimismus des Konzernlenkers Mark Parker tut dies offenbar keinen Abbruch: »Wir sehen grosse Chancen, da wir mit einer Pipeline voller inspirierender Innovationen für alle Athleten in ein Jahr mit Olympiade und Europameisterschaft gehen.«

Beim Fussballturnier statten die Amerikaner unter anderem Gastgeber Frankreich sowie die Mannschaften aus England und Portugal aus. Im bekannten Logo mit dem Haken laufen neben zahlreichen Nationalmannschaften auch grosse Clubs, allen voran der FC Barcelona, auf. Gleichwohl ist das Geschäft fest in der Hand von adidas. 2014 durchbrachen die Bayern im Fussballsegment beim Umsatz die Schallmauer von 2 Milliarden Euro. Dabei spielte ihnen der Triumph der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Brasilien voll in die Hände. Der Geschäftszweig fuhr ein Wachstum von mehr als 20 Prozent ein.

Unternehmensporträt Nike

Der weltgrösste Sportartikelkonzern blickt auf eine fast 50-jährige Geschichte zurück. 1968 wurde Nike im US-Bundesstaat Oregon gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 60.000 Menschen. Bekannt ist die Marke mit dem hakenförmigen Logo vor allem für ihre Sportschuhe. Im Geschäftsjahr 2015 entfiel mehr als die Hälfte der Umsätze auf diese Produktgattung. Aus regionaler Sicht ist Nordamerika der wichtigste Markt. Das höchste währungsbereinigte Wachstum verzeichnete Nike in der abgelaufenen Fiskalperiode jedoch in Westeuropa. Eine starke Kursentwicklung sorgte dafür, dass der Börsenwert des Dow Jones-Mitglieds im vergangenen Jahr erstmals die Schwelle von 100 Milliarden US-Dollar überschritten hat.


adidas meldet sich zurück

An der Tatsache, dass 2014 als ein sehr schwieriges Jahr in die Unternehmensgeschichte einging, konnte dies allerdings nichts ändern. Probleme in der Golfsparte, der Abschwung im wichtigen russischen Markt sowie negative Währungseffekte zwangen Vorstandschef Herbert Hainer dazu, die Prognose aufzugeben. Die Börse reagierte schockiert und schickte das DAX-Mitglied auf Talfahrt. Im vergangenen Jahr startete der Blue Chip eine imposante Aufholjagd. Mittlerweile nähert er sich wieder den Bestmarken von Ende 2013 an. Punkten konnte das Management mit neuen strategischen Zielen. Herbert Hainer kündigte an, die Entwicklungszeiten zu verkürzen, einen Fokus auf Megastädte zu legen sowie Konsumenten, Einzelhändler und Sportler verstärkt in die Produktentwicklung einzubinden. »Unsere neue Strategie basiert auf Schnelligkeit, Fokus und Offenheit«, erklärte der CEO. Konkret soll diese Ausrichtung dazu führen, dass der Umsatz bis 2020 jährlich durchschnittlich im hohen einstelligen Bereich zulegt. Beim Konzerngewinn peilt adidas im Mittel ein Plus von 15 Prozent an.

Vor dem letzten Jahr seiner Amtszeit – Hainer möchte Anfang 2017 abtreten – gab sich der Top-Manager zuversichtlich. »Die Orderbücher sind voll. Ich habe sie noch nie so voll gesehen in meinen 15 Jahren«, erklärte der 61-Jährige Anfang Dezember 2015. Ähnlich wie Nike profitiert adidas davon, dass die Wachstumsflaute in China bis dato nicht auf das Geschäft durchschlägt. 2015 stellten die Deutschen im Reich der Mitte einen Umsatzrekord auf. Wenig überraschend stützen auch die anstehenden Megaevents den Optimismus des Konzernlenkers. »Wir werden mit Sicherheit ein Rekordjahr haben in 2016 im Fussball«, sagt Hainer. Nicht nur die Sportfans sollten in den kommenden Monaten also voll auf ihre Kosten kommen, auch an der Börse ist alles für die nächste Runde im ewigen Zweikampf von Nike und adidas gerichtet.

Unternehmensporträt adidas

Am 18. August 1949 gründete Adi Dassler die »Adi Dassler adidas Sportschuhfabrik«. Nur fünf Jahre später sorgte das Unternehmen international für Aufsehen. In Bern gewann die deutsche Mannschaft in Schuhen von adidas die Fussball-Weltmeisterschaft. Bis heute sind das runde Leder und die für diesen beliebten Sport erforderlichen Artikel eine Kernkompetenz des Konzerns aus dem fränkischen Herzogenaurach. Insgesamt arbeiten in mehr als 160 Ländern rund 54.000 Beschäftigte für das Unternehmen. Neben adidas zählen das US-Label Reebok, der Golfspezialist TaylorMade sowie der Eishockeyausstatter CCM zum Markenportfolio. An der Börse feierte der weltweit zweitgrösste Sportartikelhersteller zuletzt ein eindrucksvolles Comeback. Nach einer Korrektur in 2014 legte das DAX-Mitglied im vergangenen Jahr um 56 Prozent zu. Mit dem grössten Plus seit fast zwei Jahrzehnten holte sich adidas den Titel als Top-Performer im deutschen Leitindex.

Anlageidee: Zertifikate auf Nike und adidas

Die Aktien der beiden führenden Sportartikelhersteller zählen zum grossen Basiswertefundus der Commerzbank. Mit den in der Tabelle aufgeführten Hebelprodukten können Anleger auf kurzfristige Ausschläge – sowohl nach oben als auch nach unten – setzen. Achtung: Erfüllt sich die jeweilige Erwartung nicht, drohen überproportionale Verluste.

Unlimited Turbo-Zertifikate

Valor

Basiswert

Typ

Stoppschwelle

Handelsplatz

29810272

Nike

Bull

50,10 USD

Swiss DOTS

29810284

Nike

Bull

52,74 USD

Swiss DOTS

29810374

Nike

Bear

70,93 USD

Swiss DOTS

29810364

Nike

Bear

68,55 USD

Swiss DOTS

Faktor-Zertifikate

Valor

Basiswert

Strategie

Faktor

Handelsplatz

20886855

adidas

Long

3

SIX Swiss Exchange

20886909

adidas

Short

–3

SIX Swiss Exchange

28789716

adidas

Long

4

Swiss DOTS

28789746

adidas

Short

–4

Swiss DOTS

Valor

Basiswert

Typ

Stoppschwelle

Handelsplatz

29810060

adidas

Bull

68,42 EUR

Swiss DOTS

30265462

adidas

Bull

78,94 EUR

Swiss DOTS

27728597

adidas

Bear

97,08 EUR

Swiss DOTS

27728598

adidas

Bear

101,85 EUR

Swiss DOTS

Stand: 6. Januar 2016; Quelle: Commerzbank Corporates & Markets

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die massgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.ch zur Verfügung.