Titelthema

Titelthema – Finanzmärkte 2019

Eiskalt erwischt: Frostige Stimmung an den globalen Börsen

Heftige Kursausschläge prägten das zurückliegende Börsenjahr. Auch 2019 dürfte kein Jahr werden, in dem es sich Anleger bequem machen können. Politische und wirtschaftliche Unsicherheiten werden den Märkten weiterhin ihren Stempel aufdrücken. Taktisches und oftmals auch kurzfristiges Vorgehen ist daher gefragt. Mit Strukturierten Produkten können Privatanleger Long- und Short-Strategien effektiv umsetzen.

Eine alte Börsenweisheit lautet: »Politische Börsen haben kurze Beine«. Diese These würde aktuell wohl kein Finanzmarktexperte mehr unterschreiben. Das Jahr 2018 stand voll und ganz im Zeichen der Politik – und ein Ende ist nicht in Sicht. Auf der einen Seite zieht der egozentrische US-Präsident Donald Trump mit einer neuen Handelsmission um die Welt. Auf der anderen Seite giessen Theresa May und Giuseppe Conte in Sachen Brexit sowie italienischer Haushaltspolitik zusätzlich politisches Öl ins Feuer.

Dies alles blieb nicht ohne Folgen für die Aktienkurse. Ab dem zweiten Halbjahr ging es mit den Notierungen kräftig nach unten. Letztlich tauchten alle grossen Indizes in die Verlustzone ab. Der EURO STOXX 50 sowie die japanische Leitbörse brachen um 15 Prozent ein, der SMI um 10 und die Wall Street um 8 Prozent. Es ist die Sorge um die Konjunktur, die die Kapitalmarktteilnehmer vorsichtiger werden lässt. Nicht ohne Grund: Die wirtschaftliche Dynamik hat im Jahresverlauf tatsächlich abgenommen. In der Eurozone ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September nur noch um 0,2 Prozent zum Vorquartal gewachsen, in der Schweiz und in Deutschland schrumpfte das BIP in diesem Zeitraum sogar um 0,2 Prozent.

Das Rezessionsgespenst geht um
Infolge der zunehmenden Wolken am Konjunkturhimmel tauchte auch das »R«-Wort in den Medien immer häufiger auf. Noch ist zwar von einer globalen Rezession nichts zu spüren, doch trübte sich die Stimmung der Investoren bereits spürbar ein. Die jüngsten Umfragen in der Eurozone fielen so schlecht aus wie seit Jahren nicht mehr. Der von Sentix dafür erhobene Index tauchte im Dezember von plus 8,8 auf minus 0,3 Zähler ab. Zugleich fielen die Konjunkturerwartungen auf den tiefsten Stand seit August 2012. Auch die Hoffnung auf eine Stabilisierung der Einkaufsmanagerindizes hat sich nicht erfüllt. Einen Konjunkturrückgang sehen die Volkswirte der Commerzbank aber trotzdem nicht. Ihrer Ansicht nach sprechen die weiterhin sehr expansive Geldpolitik der EZB sowie ein nachlassender Gegenwind 2019 beim Export gegen ein derartig düsteres Szenario.

Übrigens EZB: Auf die Europäische Zentralbank kommt im neuen Jahr einiges zu. Allgemein wird erwartet, dass die Währungshüter nach rund drei Jahren Nullzinspolitik die Zügel wieder anziehen werden. Der erste Schritt in Richtung strafferer Gangart wurde mit der Ankündigung, die milliardenschweren Anleihenkäufe zum Ende des Jahres 2018 einzustellen, bereits vollzogen. Ob Noch-Oberhaupt Mario Draghi, dessen achtjährige Amtszeit Ende Oktober 2019 ausläuft, Hand an die Zinsen anlegen wird, ist fraglich. Zu unsicher stellt sich die momentane wirtschaftliche Gesamtlage dar. Diese könnte auch dafür sorgen, dass es in den USA zu einer Zinspause kommt. Die Fed hob in den vergangenen drei Jahren acht Mal die Sätze an und würde auch gerne damit 2019 weitermachen. Es ist aber gut möglich, dass das Team um Jerome Powell im ersten Quartal zunächst eine abwartende Haltung einnimmt. So wurden die Töne auf der letzten Fed-Sitzung im vergangenen Jahr bereits leiser. Die US-Notenbank hatte durchblicken lassen, dass angesichts einer sich absehbar abkühlenden Konjunktur nur noch mit zwei anstatt der bislang drei anvisierten Erhöhungen zu rechnen sei.

Grafik 1: Prognosen Bruttoinlandsprodukt
Grafik 1: Prognosen Bruttoinlandsprodukt
Stand: Dezember 2018; Quelle: Commerzbank AG
Grafik 2: Prognosen Edelmetalle
Grafik 2: Prognosen Edelmetalle
Stand: Dezember 2018; Quelle: Commerzbank AG

Nachlassendes Wachstumstempo
Im Euroraum steht und fällt die Konjunkturprognose mit Italien. Sollte die Haushaltskrise zu einer Staatsschuldenkrise mutieren, wäre eine Rezession wohl kaum mehr zu vermeiden. Die Commerzbank-Ökonomen gehen in ihrem positiven Szenario allerdings davon aus, dass der Euroraum von einer Stabilisierung der chinesischen Konjunktur profitieren wird. Nach geschätzten 1,9 Prozent für 2018 wird für 2019 mit einem leicht abgeschwächten Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent gerechnet.

Auch in den USA läuft alles auf eine Verlangsamung hinaus. Der Trump’sche Fiskalimpuls aus 2018, die Steuern wurden deutlich gesenkt und die Ausgaben erhöht, lässt sich im neuen Jahr nicht mehr wiederholen. Folglich lässt der Schub, der im vergangenen Jahr rund 1 Prozent des BIP ausmachte, nach und das Wirtschaftswachstum dürfte auf 2,5 Prozent nach erwarteten 2,9 Prozent für 2018 zurückgehen.

Zu einer Delle könnte es dagegen in Japan kommen. In Fernost steht nämlich im Herbst eine weitere Erhöhung der Mehrwertsteuer auf der Agenda. Diese dürfte wie bei der letzten Anhebung 2014 zu vorgezogenen Käufen und einem nachfolgenden Konsumeinbruch führen. Daher geht die Commerzbank für 2020 nur noch von einem Wachstum von 0,3 Prozent aus. Die expansive Geldpolitik der Bank of Japan bleibt derweil bestehen. Die Notenbanker möchten das niedrige Zinsniveau für einen »ausgedehnten Zeitraum« beibehalten.

Last, but not least ein Blick auf China. Hier kühlt sich die Konjunktur ebenfalls gerade ab. Nach 6,9 Prozent im Jahr 2017 wird für dieses Jahr nur noch mit einem BIP-Plus von 6,6 Prozent gerechnet – Tendenz weiter fallend. Die Regierung in Peking sieht allerdings nicht tatenlos zu und hat bereits Stützungsmassnahmen ergriffen. So senkte die Notenbank 2018 viermal den Mindestreservesatz, um die Liquidität zu verbessern. Zudem plant das Reich der Mitte für 2019 eine deutliche Entlastung bei der Einkommenssteuer. Die Chancen stehen also gar nicht so schlecht, dass es den Politikern auch dieses Mal gelingt, einen Absturz der Wirtschaft zu verhindern.

»Glänzende« Aussichten
Das Zünglein an der Waage dürfte in China der Handelsstreit mit den USA sein. Sollten sich die beiden Grossmächte nicht einigen, wird dies eine deutliche Konjunkturabkühlung nach sich ziehen. Und dies nicht nur im Reich der Mitte, sondern rund um den Erdball. In diesem Fall könnten die vermeintlichen »sicheren Häfen« wieder in den Vordergrund rücken. Beim Schweizer Franken war dies 2018 bereits zu beobachten. Um 3,2 Prozent wertete die Devise gegenüber dem Euro auf. Und das, obwohl zum einen die Wirtschaft den Rückwärtsgang einlegte, zum anderen die SNB nicht müde wird, den Schweizer Franken klein zu reden. Anders sieht es beim Gold aus, diese Krisenwährung gewann 2018 noch keinen Glanz. Im Gegenteil, das Edelmetall verbilligte sich sogar um 3,3 Prozent. Allerdings kam es ab dem Herbst zu einer Wende und so zeigte sich im vierten Quartal ein Anstieg von mehr als 4 Prozent. Die Commerzbank geht davon aus, dass der Trend 2019 anhalten wird. Die Gründe für das schwache Abschneiden 2018, allen voran der starke US-Dollar, zählen im neuen Jahr nämlich nicht mehr. Während der Greenback also im Zuge des sich abzeichnenden Endes des US-Zinserhöhungszyklus an Wert einbüssen wird, sollte es beim Gold zu einer deutlichen Preiserholung kommen. Die politischen Risiken sprechen ebenfalls für eine höhere Notierung und so wird ein Stand von 1.350 US-Dollar zum Jahresende erwartet.

Tabelle 1: Fünf wichtige Themen für das Börsenjahr 2019 im Überblick

Neue Wege bei den Notenbanken

Die globalen Währungshüter könnten im neuen Jahr das Zünglein an der Waage sein. Während in Europa mit einer Normalisierung der Zinspolitik gerechnet wird, droht der Aufwärtszyklus in den USA zu stoppen. Zahlreiche Marktteilnehmer gehen davon aus, dass es nicht zu den von der Fed angedeuteten zwei Leitzinserhöhungen 2019 kommen wird. Sogar ein Ende des geldpolitischen Straffungskurses wäre denkbar.

Droht eine Eurokrise?

Weder der Brexit noch der italienische Haushaltsstreit mit der EU konnten 2018 gelöst werden. Beide Ereignisse nehmen grossen Einfluss auf die Verfassung der Eurozone. Letztlich könnte die Europäische Zentralbank gezwungen werden, von ihrem Kurs zur Normalisierung der Geldpolitik abzuweichen.

Risikofaktor Donald Trump

Die bisherige Amtszeit von Donald Trump zeigt, dass der US-Präsident wenig an einer friedlichen Koexistenz interessiert ist. Unsicher ist, welche Themen sich Trump für das neue Jahr ausgedacht hat und ob der geopolitische Dauerkampf in eine neue Runde geht.

China: Der Druck nimmt zu

Der Handelsstreit zwischen dem Reich der Mitte und den USA hängt wie ein Damoklesschwert über den Märkten. Dies bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Konjunktur. So schwächte sich Chinas Wirtschaftswachstum im dritten Quartal auf 6 Prozent ab. 2019 könnte der Handelsstreit noch stärker auf die Realwirtschaft durchschlagen.

Japan: Gebremster Aufschwung

Eine mögliche Erhöhung der Mehrwertsteuer um 2 Prozentpunkte im Herbst 2019 könnte zu einer Verlangsamung der Wirtschaft führen.

Grafik 3: Performance ausgewählter Assets 2018
Grafik 3: Performance ausgewählter Assets 2018
Stand: Dezember 2018; Quelle: Thomson Reuters
Grafik 4: Gewinnwachstum (Veränderung zum Vorjahr)
Grafik 4: Gewinnwachstum (Veränderung zum Vorjahr)
Stand: Dezember 2018; Quelle: Statista

Aktienmärkte mit Reboundchancen
Trotz aller wirtschaftlichen und politischen Gefahren muss die Kursentwicklung an den internationalen Aktienmärkten im neuen Jahr nicht ähnlich desaströs verlaufen wie 2018. Sollte nämlich die EZB die Zinsschraube 2019 noch nicht anziehen, die Commerzbank rechnet mit einem ersten Schritt Anfang 2020, und es in den USA zu einer Zinspause kommen, wären dies gute Nachrichten für Aktien. Die internen Kursziele für die wichtigen Börsenindizes wie EURO STOXX 50 und S&P 500 liegen in jedem Fall klar über den aktuellen Ständen. So wird dem europäischen Leitbarometer ein Kurs von 3.300 Punkten zum Jahresende 2019 zugetraut, ein Plus von 11 Prozent. Beim S&P 500 lautet das Ziel auf 2.900 Zähler, was einem Potenzial von 17 Prozent entspricht. Auch die weiter anziehenden Unternehmensgewinne sind positiv zu werten. Beim EURO STOXX 50 wird für das kommende Jahr mit einem Plus bei den Ergebnissen von 10,2 Prozent gerechnet, beim S&P 500 immerhin noch 8,7 Prozent. Die weltweiten Unternehmensgewinne, gemessen am FactSet World Index, der mehr als 20.000 Firmen beinhaltet, sollen sich 2018 und 2019 um jeweils rund ein Zehntel verbessern.

Fazit
Wie auch immer es kommen wird, Investmentchancen wird es auch im neuen Jahr wieder jede Menge geben. Mit strukturierten Produkten spielt es keine Rolle, ob die Kurse steigen oder sinken werden, mit Long- und Short-Papieren lässt sich nämlich in beide Richtungen Geld verdienen. Beispielsweise Faktor-Zertifikate: Diese innovativen Hebelprodukte eignen sich nicht nur dafür, um auf steigende oder fallende Kurse an den Aktienmärkten zu setzen, diese Papiere sind in allen Assetklassen von Währungen über Zinsen bis hin zu Rohstoffen zu finden. Aber auch klassische Warrants oder Turbo-Scheine finden sich im breit gefächerten Produkteangebot der Commerzbank. Nebenstehend finden Sie beispielhaft Hebelpapiere, mit denen sich 2019 auf den verschiedenen Märkten effektiv mitspekulieren lässt.

Tabelle 2: Währungsprognosen (Monatsendstände)

Mrz 19

Jun 19

Sep 19

Dez 19

Mrz 20

Tendenz

EUR/USD

1,14

1,16

1,19

1,22

1,24

EUR/JPY

127,00

128,00

127,00

127,00

126,00

EUR/GBP

0,87

0,87

0,88

0,89

0,90

EUR/CHF

1,12

1,15

1,16

1,17

1,17

USD/CHF

0,98

0,99

0,97

0,96

0,94

EUR/SEK

10,25

10,20

10,10

10,00

9,90

Stand: 27. Dezember 2018; Quelle: Commerzbank AG

Anlageidee: Ausgewählte Produkte

Warrants

Valor

Basiswert

Typ

Strike

Laufzeit

Handelsplatz

44144284

DAX

Call

10.700,00 Pkt.

20.09.2019

Swiss DOTS

45185215

DAX

Put

10.000,00 Pkt.

21.12.2018

Swiss DOTS

45185248

EURO STOXX 50

Put

3.000,00 Pkt.

20.12.2019

Swiss DOTS

44144303

EURO STOXX 50

Call

3.050,00 Pkt.

20.09.2019

Swiss DOTS

43288100

Gold

Call

1.200,00 USD

04.06.2019

Swiss DOTS

43288111

Gold

Put

1.050,00 USD

04.06.2019

Swiss DOTS

43288126

Silber

Call

15,50 USD

04.06.2019

Swiss DOTS

45468795

Silber

Put

14,50 USD

03.09.2019

Swiss DOTS

Unlimited Turbo-Zertifikate

Valor

Basiswert

Typ

Stoppschwelle

Handelsplatz

44696936

S&P 500

Bull

2.038,40 Pkt.

Swiss DOTS

45383235

S&P 500

Bear

2.665,30 Pkt.

Swiss DOTS

44697490

SMI

Bull

7.180,00 Pkt.

Swiss DOTS

44697538

SMI

Bear

9.330,00 Pkt.

Swiss DOTS

44696765

Nikkei 225

Bear

23.290,00 Pkt.

Swiss DOTS

44696134

Brent

Bull

47,11 USD

Swiss DOTS

45384228

Brent

Bear

59,07 USD

Swiss DOTS

Faktor-Zertifikate

Valor

Basiswert

Strategie

Faktor

Handelsplatz

38013722

SMI

Long

4

SIX Exchange

38013723

SMI

Short

–4

SIX Exchange

34115702

EURO STOXX 50

Long

8

Swiss DOTS

34115703

EURO STOXX 50

Short

–8

Swiss DOTS

34794710

EUR/CHF

Long

10

SIX Exchange

34794711

EUR/CHF

Short

–10

SIX Exchange

33752438

Palladium

Long

4

SIX Exchange

33752439

Palladium

Short

–4

SIX Exchange

38246764

VIX CBOE Volatility

Long

4

SIX Exchange

38246765

VIX CBOE Volatility

Short

–4

SIX Exchange

36661847

10-Year U.S. Treasury

Long

10

Swiss DOTS

36661849

10-Year U.S. Treasury

Short

–10

Swiss DOTS

Stand: 8. Januar 2019; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform. Die massgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.ch zur Verfügung.