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Turbo-Warrants – Durchstarten statt abwarten!

Mit Turbo-Warrants (Mini-Futures) können risikobewusste Anleger, die eine konkrete Meinung zu einem Basiswert haben, überproportional an Schwankungen dieses Basiswerts partizipieren.

Der besondere Reiz eines Turbo-Warrants liegt in der Hebelwirkung. Über den Hebeleffekt können Anleger bereits mit kleinem Kapitaleinsatz überproportionale Gewinne erzielen. Der Hebel resultiert aus dem geringeren Kapitaleinsatz gegenüber dem Direktinvestment in den Basiswert selbst. Denn anstatt den kompletten Preis für den Basiswert zu investieren, müssen Anleger nur einen Teil davon aufwenden. Ein Hebel von 3 besagt beispielsweise, dass für den Turbo-Warrant nur ein Drittel dessen investiert werden muss, was der entsprechende Basiswert kostet. Der Hebel (Leverage) misst dabei die Intensität dieses Effekts. Zu beachten ist allerdings, dass der Hebeleffekt sowohl für Kurssteigerungen als auch für Kursverluste gilt.

Turbo-Warrants kombinieren somit die Vorteile von Terminkontrakten (Futures) und Warrants. Sie bilden – wie Futures – die wertmässige Veränderung eines Basiswerts (zum Beispiel einer Aktie oder eines Index) ab. Verändert sich der zugrunde liegende Basiswert, vollziehen Turbo-Warrants diese Bewegung – unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses – nahezu exakt nach. Dabei spielt – im Gegensatz zu klassischen Warrants – die Volatilität (Schwankungsbreite) des Basiswerts weitestgehend keine Rolle.

So funktioniert’s 
Die Commerzbank bietet verschiedene Varianten von Turbo-Warrants an. Im Folgenden wird ausschliesslich auf die Variante der »Unlimited Turbo-Warrants« eingegangen. Der Begriff Unlimited steht dabei für die unbegrenzte Laufzeit der Produkte.

Mit Turbo-Warrants kann sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse spekuliert werden. Mit einem Call Turbo-Warrant setzen Anleger auf steigende Kurse, während der Put Turbo-Warrant von fallenden Kursen profitiert.

Jeder Turbo-Warrant ist mit einem Basispreis (auch Finanzierungslevel oder Strike genannt) und einer Knock-Out-Barriere ausgestattet. Die Knock-Out-Barriere ist bei Call Turbo-Warrants grösser als der Basispreis, bei einem Put Turbo-Warrant kleiner. Wenn der zugrunde liegende Basiswert sich entgegen den Erwartungen des Anlegers in die falsche Richtung bewegt und die Knock-Out-Barriere berührt, wird der Turbo-Warrant vorzeitig fällig und in der Regel mit einem geringen Restwert zurückgezahlt. Im besten Fall entspricht die Rückzahlung, unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses, der Differenz zwischen Knock-Out-Barriere und Basispreis. Im schlechtesten Fall entspricht der Rückzahlungsbetrag 0,001 Schweizer Franken. Die Höhe des Restwerts hängt letztlich von den Marktverhältnissen ab, da der Emittent im Anschluss an ein Knock-Out-Ereignis die im Hintergrund getätigten Absicherungspositionen auflösen muss.

Der Wert eines Unlimited Turbo-Warrants wird unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses aus der Differenz des Basiswertkurses und des Basispreises errechnet.

Beispiel: Angenommen, der Kurs der ABC-Aktie notiert bei 80 Schweizer Franken. Das Bezugsverhältnis des jeweiligen Turbo-Warrants beträgt 1:1, das heisst, dass sich eine Einheit des Warrants auf eine Einheit des Basiswerts bezieht. Der Wert eines Turbo-Warrants berechnet sich wie in Tabelle 1 dargestellt. Der Hebel eines Turbo-Warrants berechnet sich unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses aus dem Quotienten des aktuellen Aktienkurses und des Werts des Turbo-Warrants:

Hebel = (Aktienkurs / Wert des Warrants) x Bezugsverhältnis = (80 Schweizer Franken / 5 Schweizer Franken) x 1 = 16

Tabelle 1: Wert eines Turbo-Warrants

Call Turbo-Warrant

Put Turbo-Warrant

Basispreis: 75,00 Schweizer Franken

Basispreis: 85,00 Schweizer Franken

Knock-Out-Barriere: 75,50 Schweizer Franken

Knock-Out-Barriere: 84,50 Schweizer Franken

Der Wert des Call Turbo-Warrants berechnet sich wie folgt: (Aktienkurs – Basispreis) x Bezugsverhältnis = (80 Schweizer Franken – 75 Schweizer Franken) x 1 = 5 Schweizer Franken

Der Wert des Put Turbo-Warrants berechnet sich wie folgt: (Basispreis – Aktienkurs) x Bezugsverhältnis = (85 Schweizer Franken – 80 Schweizer Franken) x 1 = 5 Schweizer Franken

Der Hebel gibt an, um wie viel der Wert eines Investments in einen Turbo-Warrant stärker steigt oder fällt als der gleiche Investmentbetrag im Basiswert, wenn der Kurs des Basiswerts um eine Einheit steigt oder fällt. Verändert sich der Kurs der ABC-Aktie nun um 1 Schweizer Franken, verändert sich der Wert des Turbos ebenfalls 1 Schweizer Franken in die gleiche Richtung. Verändert sich der Kurs der ABC-Aktie beispielsweise um 1,25 Prozent (1 Schweizer Franken), verändert sich der Wert des Turbo-Warrants um 20 Prozent (Hebel x prozentuale Veränderung = 16 x 1,25 Prozent).

Deutlich wird, dass der Anleger beim Kauf im Vergleich zum Direktinvestment in den Basiswert einen geringeren Kapitaleinsatz aufwenden muss. Aber wie funktioniert das?

  • Bei einem Call Turbo-Warrant »leiht« ihm die Emittentin den restlichen Betrag. Die Kosten für die Finanzierung dieses Restbetrags werden allerdings an den Investor des Call Turbo-Warrants weitergegeben. Diese Weitergabe der Finanzierungskosten (zuzüglich der Risikoprämie) erfolgt durch eine tägliche Anpassung des Basispreises des Call Turbo-Warrants. Dieser wird täglich um den entsprechenden Anpassungsbetrag erhöht, der die täglichen Finanzierungskosten (zuzüglich der Risikoprämie) widerspiegelt. Anleger sollten dabei beachten: Wenn der Kurs des Basiswerts über die Zeit unverändert bliebe, würde der Wert des Call Turbo-Warrants somit abnehmen (siehe Tabelle 2).

  • Bei Put Turbo-Warrants tritt der gegenteilige Effekt ein. Die Commerzbank als Emittentin leiht sich den zugrunde liegenden Basiswert bei einem Dritten und verkauft diesen gleich wieder. Dabei sind zwei Dinge zu beachten: Zum einen entstehen für den geliehenen Basiswert Kosten (Wertpapierleihe). Zum anderen erhält die Emittentin für den Verkauf des Basiswerts den entsprechenden Gegenwert als Geldbetrag und legt diesen verzinslich an. Diese Zinseinnahmen (abzüglich der Risikoprämie) werden mit den Kosten für die Wertpapierleihe verrechnet und ähnlich wie beim Call Turbo-Warrant an den Anleger durch Anpassung des Basiswerts weitergegeben. Sind die Zinseinnahmen höher als die Leihekosten, wird der Basispreis nach oben angepasst. Sind die Zinseinnahmen geringer als die Leihekosten, wird der Basispreis nach unten angepasst (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: Tägliche Anpassung

Call Turbo-Warrant

Put Turbo-Warrant

Anpassungszinssatz: 2,50 Prozent p.a.

Anpassungszinssatz: 2,00 Prozent p.a.

Der tägliche Anpassungsbetrag berechnet sich wie folgt: Anpassungsbetrag = Basispreis x Anpassungszinssatz / 365 Tage = 75,00 Schweizer Franken x 0,025 / 365 Tage = 0,0051 Schweizer Franken

Der tägliche Anpassungsbetrag berechnet sich wie folgt: Anpassungsbetrag = Basispreis x Anpassungszinssatz / 365 Tage = 85,00 Schweizer Franken x 0,020 / 365 Tage = 0,0047 Schweizer Franken

Der neue Basispreis (bei sonst unveränderten Parametern) würde somit von 75,00 Schweizer Franken auf 75,0051 Schweizer Franken steigen.

Der neue Basispreis (bei sonst unveränderten Parametern) würde somit von 85,00 Schweizer Franken auf 85,0047 Schweizer Franken steigen.

Damit der Abstand zwischen Knock-Out-Barriere und Basispreis immer ungefähr gleich bleibt, wird auch die Knock-Out-Barriere einmal im Monat angepasst.

Wenn sich die ABC-Aktie entgegen den Erwartungen entwickelt und die Knock-Out-Barriere berührt, wird der Turbo-Warrant vorzeitig fällig (siehe Tabelle 3).

Tabelle 3: Knock-Out-Ereignis

Call Turbo-Warrant

Put Turbo-Warrant

Fällt die ABC-Aktie auf oder unter 75,50 Schweizer Franken, wird der Call Turbo-Warrant sofort fällig.

Steigt der Aktienkurs auf oder über 84,50 Schweizer Franken, wird der Put Turbo-Warrant sofort fällig. Hier entspricht der Restwert bestenfalls:

Der zurückgezahlte Restwert entspricht im besten Fall: (Knock-Out-Barriere – Basispreis) x Bezugsverhältnis = (75,50 Schweizer Franken – 75,00 Schweizer Franken) x 1 = 0,50 Schweizer Franken, im schlechtesten Fall 0,001 Schweizer Franken

(Basispreis – Knock-Out-Barriere) x Bezugsverhältnis = (85,00 Schweizer Franken – 84,50 Schweizer Franken) x 1 = 0,50 Schweizer Franken, im schlechtesten Fall 0,001 Schweizer Franken

Die Commerzbank bietet neben den Unlimited Turbo-Warrants weitere Varianten von Turbo-Warrants an, die alle nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren und doch Unterschiede aufweisen. In der nächsten ideas-Ausgabe erfahren Sie mehr über die einzelnen Varianten von Turbo-Warrants.

Ein Überblick über das gesamte Spektrum an Turbo-Warrants steht Ihnen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.ch zur Verfügung.