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Turbo-Warrants – Varianten im Überblick

Wie in der vergangenen ideas-Ausgabe dargestellt, können Anleger mit Turbo-Warrants überproportional an Schwankungen eines Basiswerts partizipieren. Neben den vorgestellten Unlimited Turbo-Warrants bietet die Commerzbank weitere Varianten an, deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten wir im Folgenden erläutern.

Kurzer Rückblick
Beim Kauf eines Turbo-Warrants können Anleger mit einem geringeren Kapitaleinsatz gegenüber einem Direktinvestment in einen Basiswert (beispielsweise einer Aktie) sowohl überproportionale Gewinne als auch überproportionale Verluste erzielen (Hebelwirkung). Der Unlimited Turbo-Warrant besitzt eine unbegrenzte Laufzeit und ist mit einem Basispreis und einer Knock-Out-Barriere ausgestattet. Mit einem Call Turbo-Warrant setzt man dabei auf steigende Kurse, mit einem Put Turbo-Warrant auf fallende. Wenn sich der Basiswert entgegen den Erwartungen des Anlegers in die falsche Richtung entwickelt und die Knock-Out-Barriere berührt wird, wird der Turbo-Warrant direkt fällig und mit einem geringen Restwert zurückgezahlt. Der Preis eines Unlimited Turbo-Warrants wird unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses aus der Differenz des Basiswertkurses und des Basispreises errechnet.

Die Commerzbank bietet in der Schweiz neben den Unlimited Turbo-Warrants (Mini-Futures) folgende Varianten an:
Classic und BEST

Tabelle 1: Turbo-Warrants im Vergleich

Classic

Unlimited

BEST

Laufzeit

Begrenzt

Unbegrenzt

Unbegrenzt

Basispreis

Konstant

Tägliche Anpassung

Tägliche Anpassung

Knock-Out-Barriere

Gleich Basispreis

Monatliche Anpassung

Gleich Basispreis

Aufgeld

Ja

Nein

Nein

Finanzierungskosten

Im Aufgeld enthalten

Tägliche Anpassung des Basispreises

Tägliche Anpassung des Basispreises

Hebelwirkung im Vergleich

Gross

Grösser

Am grössten

Für das Knock-Out-Ereignis relevante Kurse

Alle an der massgeblichen Wertpapierbörse gehandelten Kurse des Basiswerts

Alle an der massgeblichen Wertpapierbörse gehandelten Kurse des Basiswerts

Alle an der massgeblichen Wertpapierbörse gehandelten Kurse des Basiswerts

Rückzahlungswert bei Knock-Out-Ereignis

Verfällt wertlos

Gegebenenfalls Rückzahlungswert

Verfällt wertlos

Quelle: Commerzbank AG

Was unterscheidet die einzelnen Varianten?
Vom Grundprinzip ähneln sich alle Turbo-Warrants. Doch Achtung: Der Unterschied liegt im Detail. So haben sich in den vergangenen Jahren verschiedene Arten von Turbo-Warrants etabliert – Turbos mit befristeter Laufzeit, unbegrenzter Laufzeit, konstanten Basispreisen und Barrieren oder Turbos, bei denen sich diese in regelmässigen Abständen anpassen. In Tabelle 1 finden Sie eine Aufstellung der von der Commerzbank angebotenen Arten von Turbo-Warrants im Vergleich.

Der Classic Turbo-Warrant
Die Classic-Variante gehört zur ersten Generation der Turbo-Warrants. Im Gegensatz zur Unlimited-Variante besitzen diese Turbos eine feste Laufzeit, und die Knock-Out-Barriere des Turbos entspricht dem Basispreis. Für den Anleger bedeutet das Folgendes:

  • Falls zu keinem Zeitpunkt bis zum jeweiligen Bewertungstag der Kurs des Basiswerts die Knock-Out-Barriere erreicht oder durchbrochen hat, wird der Warrant automatisch zu einem Auszahlungsbetrag in Schweizer Franken eingelöst, der nach der folgenden Formel berechnet wird:

    Turbo Call: Auszahlungsbetrag = (Schlusskurs des Basiswerts am Bewertungstag – Basispreis) x Bezugsverhältnis
    Turbo Put: Auszahlungsbetrag = (Basispreis – Schlusskurs des Basiswerts am Bewertungstag) x Bezugsverhältnis

  • Wird die Barriere hingegen während der Laufzeit erreicht, wird der Turbo-Warrant vorzeitig fällig und wertlos aus dem Depot ausgebucht.

Ein weiterer Punkt, in dem sich die Classic Turbo-Warrants von der Unlimited-Variante unterscheiden, liegt in der Art der Weitergabe der Finanzierungskosten. Während die Finanzierungskosten bei Unlimited Turbo-Warrants über eine tägliche Anpassung des Basispreises an den Anleger weitergegeben werden, werden diese Kosten bei Classic Turbo-Warrants in Form eines Auf- bzw. Abgelds weitergegeben, das sich im Preis des Warrants widerspiegelt. Das bedeutet, dass bei Classic-Turbos keine Anpassung des Basispreises bzw. der Knock-Out-Barriere erfolgt, sondern beide Parameter bis zum Ende der Laufzeit konstant bleiben.

Das Auf- bzw. Abgeld kann dazu führen, dass der tatsächliche Preis eines Classic Turbo-Warrants unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses über (Call) bzw. unter (Put) der Differenz des aktuellen Basiswertkurses und des Basispreises liegen kann. Das jeweilige Auf- bzw. Abgeld baut sich über die Laufzeit des Turbo-Warrants kontinuierlich ab. Für den Anleger bedeutet das, dass er bei einem Verkauf des Warrants vor Fälligkeit einen Teil des beim Kauf erbrachten Aufgelds zurückerhält. Je nach Konditionen und Marktlage liegt das Aufgeld in der Regel zwischen 1 und 5 Prozent des zu finanzierenden Basispreises.

Der BEST Turbo-Warrant
BEST Turbo-Warrants kombinieren sowohl Eigenschaften der Unlimited- als auch der Classic-Variante. Sie besitzen wie Unlimited Turbo-Warrants eine unbegrenzte Laufzeit, und ihre Knock-Out-Barriere ist wie bei Classic Turbo-Warrants identisch mit dem Basispreis (Strike). Daher auch ihr Name »BEST« (Barrier equals Strike). Mit dieser Turbo-Variante können im Vergleich zu den anderen höhere Hebel realisiert werden. Doch was bedeutet das für den Anleger?

Berührt bei einem Unlimited Turbo-Warrant der Kurs des Basiswerts die Knock-Out-Barriere, verfällt der Warrant sofort wertlos und wird in der Regel zu einem geringen Restwert zurückgezahlt. Dieser Restwert entspricht im besten Fall der Differenz zwischen Knock-Out-Barriere und Basispreis.

Da es bei BEST Turbo-Warrants keinen Puffer (Differenz zwischen Barriere und Basispreis) gibt, erfolgt bei einem Knock-Out automatisch die wertlose Ausbuchung. Ein Anspruch auf einen höheren Rückzahlungswert gibt es nicht. Im direkten Vergleich sind daher BEST Turbo-Warrants günstiger als vergleichbare Unlimited Turbos, was entsprechend den höheren Hebeleffekt erklärt.

Die Weitergabe der Finanzierungskosten an den Anleger erfolgt bei BEST-Turbos analog zur Unlimited-Variante. Das heisst, der Basispreis wird täglich angepasst. Ein kleiner Unterschied besteht allerdings, denn die Knock-Out-Barriere entspricht immer dem Basispreis, daher muss auch diese entsprechend täglich angepasst werden.

Bei BEST Turbo-Warrants gibt es zudem einen weiteren Punkt zu beachten: das sogenannte Gap-Risiko. Wenn Märkte sich sehr schnell bewegen oder kursbeeinflussende Nachrichten veröffentlicht werden, kann es zu Sprüngen in den Notierungen der zugrunde liegenden Basiswerte kommen, die dazu führen, dass eine Kurslücke, ein sogenanntes Gap, entsteht. Als Gap-Risiko bezeichnet der Emittent daher das Risiko, seine Absicherung, die er für Warrants gebildet hat, nicht auf der Höhe des Basispreises auflösen zu können, sondern erst mehrere Punkte darüber oder darunter. Diese Kurslücken stellen ein Risiko für die Emittenten dar. Um das Risiko steuern zu können, wird genau für den Fall eines Gap-Risikos bei BEST Turbo-Warrants kurz vor dem Knock-Out ein Risikoaufschlag in Form eines Aufgelds im Preis der Warrants eingerechnet.

Informationen zu den Funktionsweisen sowie ein Überblick über das gesamte Spektrum an Turbo-Warrants der Commerzbank stehen Ihnen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.ch zur Verfügung.

Turbo-Warrants auf Swiss DOTS

Derzeit bietet die Commerzbank auf der Handelsplattform Swiss DOTS (ein Angebot der Swissquote Bank) 5.300 Unlimited Turbo-Warrants, 3.500 BEST Turbo-Warrants und 1.400 Classic Turbo-Warrants an. Die Produkte können von 8.00 bis 22.00 Uhr börsentäglich gehandelt werden.

Damit Anleger stets ein attraktives Angebot zur Verfügung steht, emittiert die Commerzbank auf täglicher Basis neue Produkte. So werden Anleger fortlaufend mit den neusten Emissionen, topaktuellen Basispreisen und höheren Hebeln versorgt.

Die gesamte Produktpalette finden Sie auf unserer Website www.zertifikate.commerzbank.ch.