Technische Analyse
DAX: Trendbestätigende Korrektur
Eine Haussebewegung bzw. Haussetrends in Aktienindizes werden von »normalen« technischen Konsolidierungen (Kursrückgang bis zu 10 Prozent vom Zwischen- oder Allzeithoch) oder von »normalen« technischen Korrekturen, die bei einem Rücksetzer von 10 bis 20 Prozent vorhanden sind, unterbrochen. Hierbei ziehen sich Korrekturen mit ihrer zeitliche Ausdehnung im Regelfall hin.
Der DAX startete im Oktober 2022 – ausgehend von 11.863 Punkten und parallel zu anderen international wichtigen Aktienindizes – eine neue Haussebewegung. Nach dem ersten Investmentkaufsignal (Verlassen des vorherigen Baissetrends und Sprung über die damals noch leicht fallende 200-Tage-Linie) entwickelte sich in der Folgezeit eine idealtypische Hausse mit einer zentralen Haussetrendlinie, die insgesamt auch bei dem Kursfrist-Kursrutsch im April 2025 (neue US-Zollpolitik) verteidigt wurde. Die Hausse führte den DAX in eine weiterhin intakte Neubewertung und auf neue Allzeithochs (bei 25.508 Punkten). Aus technischer Sicht ist hervorzuheben, dass der Index nach dem Wegfall der monetären Impulse durch die EZB-Zinssenkungen ab Mai 2025 in eine Seitwärtspendelbewegung hineingelaufen ist (gestaffelte Unterstützungszone von 21.864 bis 22.800 Punkten; gestaffelte Widerstandszone von 24.770 bis 25.508 Punkten). Ende des ersten Quartals 2026 war der Index besonders aufgrund der Belastungen durch die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen und Mittleren Osten sowohl durch die Unterstützung um 22.800 Punkte als auch aus dem zentralen Haussetrend (Trendlinie lag ebenfalls bei 22.800 Punkten) auf eine holprige Wegstrecke gedrückt worden. Als erste Konsequenz sollte in so einem Fall das technische Etappenziel beim Index auf 25.500 Punkte (erneuter Test der gestaffelten Widerstandszone) heruntergenommen werden. Mit dem Kursrückgang von knapp 14,3 Prozent ist es beim DAX aber bei einer normalen technischen Korrektur geblieben. Vor dem Hintergrund der Hoffnung auf eine Lösung im Mittleren Osten ist der Index zuletzt wieder an den oberen Rand (25.500 Punkte) der Widerstandszone geführt worden. Als zweite technische Konsequenz weist diese Korrektur im Index bisher einen trendbestätigenden Charakter nach oben auf.
Der DAX erhält zuerst einen strategischen Sicherungsstopp bei 21.750 Punkten und einen tradingorientierten Sicherungsstopp bei 22.750 Punkten. Darüber hinaus fällt auf, dass sich die Marktbreite, also die isolierte technische Lage von Einzelaktien im DAX – nachdem zum Beispiel die Schwächen der vorherigen Zugpferde wie SAP und Rheinmetall ausgeglichen wurden – wieder etwas verbessert hat. Durch vom KI-Boom getriebene intakte Haussebewegungen (am US-Aktienmarkt, aber auch in Japan, Korea, Taiwan und bei einigen europäischen Aktienindizes) sollte es nicht überraschen, wenn sich der DAX in den kommenden Wochen mit einem neuen Investmentkaufsignal (Sprung über 25.510 Punkte) aus der Korrektur nach oben absetzt und damit eine Fortsetzung der Haussebewegung ansteht. In dem Fall rückt das vorherige technische Etappenziel von 27.500 Punkten für das Jahr 2026 zurück in den Fokus.


